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#guttbye Guttenberg

Vorgeschichte

Irgendwann im Februar 2011 taucht in unserem Terminkalender dieses Melodieversatzstück auf:

  ♫ G E E E F E C #a #a C G E E E F E C #a #a C ♫

Klingt ein bischen wie "Walk like an egyptian".

Freitag 25.2.

  1. Frühmorgens taucht in den ersten Timelines bei http://twitter.com das Hashtag #guttbye auf und verbreitet sich nach und nach.
  2. Im Laufe des Tages wird Ort und Uhrzeit einer Demonstration zu den Vorgängen um den Freiherrn zu Guttenberg bekannt gegeben.
  3. Im Netz werden Schablonen für Poster bereitgestellt. Unter ein stilisiertes Konterfei des Ministers sind Zeilen wie "ABSTRUS" oder "Raubzitierer"

und das Hashtag #notourminister montiert.

Samstag 26.2.

  • Die Piraten Hannover stellen einen Kaperbrief für Berlin bereit: http://kaperbrief.org/2011/02/25/offentlicher-protest-gegen-guttenberg-gutt-blonen/
  • 10.00h: Die am Vortag eingestellte Facebook-Veranstaltung verzeichnet 411 Zusagen und weitere 199 Vielleicht-Beteiligte. Eine parallele Online-Demonstration unter dem Motto "Wir zeigen dem Freiherrn den Schuh!" bleibt mit 150 Zusagen bis dahin schwächer besucht.
  • 10.40h: auf #fb F (): A(): "Na ja, wenn alle echten Argumente verpufft sind, ohne auch nur auf ein einziges echtes Gegenargument zu treffen, dann muß ma es halt mit Lachgas probieren. Für Menschen ist das harmlos bis angenehm, für Politikerkarrieren aber schon gefährlicher ;-))"

Die erste Aktion

12.30h: sammeln sich Menschen an der historischen Ampel am Potsdamer Platz.

"In Berlin demonstrierten am Samstagnachmittag nach Polizeiangaben mehrere Hundert Menschen gegen Guttenbergs Umgang mit den Vorwürfen. Die Demonstranten zogen vom Potsdamer Platz vor das Bundesverteidigungsministerium und forderten unter anderem den sofortigen Rücktritt des Ministers. Angemeldet worden war die Demo unter dem Motto "Protest gegen das ehrlose Verhalten des Verteidigungsministers, der Bundeskanzlerin und der Regierungsfraktionen im Bundestag". (http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2011_02_/hunderte_demonstrieren.html)

Weit außerhalb des bisherigen Wirkungskreises des gemeinen Wesens, um den Nachbau der ersten Verkehrsampel auf dem alten Kontinent am Potsdamer Platz, bildete sich am Samstag Mittag eine nicht unbeträchtliche Menschenansammlung, von der aus bald ein schnell wachsender und vernehmlicher Schwall von Hohn und Spott über den den derzeit wohl noch amtierenden Minister von G. sich ergoß. Um dessen Amtssitz aufzusuchen, formierten sich die Anwesenden alsbald zu einem jener zahllosen kleinen Demonstrationszüge, die aus dem Berliner Stadtbild so wenig wegzudenken sind, wie sie kaum je irgend jemand zu irgend etwas bewegen, nicht einmal zum spontanen Mitgehen. Wer sich allerdings an diesem vorfrühlingshaft sonnigen Samstag Mittag dazu hinreißen ließ, erlebte wenig später am Zaun des Bendlerblocks eine Kundgebung, die dem geschundenen und entleerten Wort "Kundgebung" einen stattlichen Teil seines Wortsinns zurückgab. Denn obschon nur von einem einsamen Wachsoldaten auf dem weitläufigen Parkplatz der Einrichtung und einigen Polizisten (die ansonsten nicht weiter in Erscheinung traten) zu vernehmen, erreichte, was die sichtlich agitierte Menge zum Ausdruck brachte, anderntags ###überall angekommen. Die kräftig vorgebrachten Forderungen reichten von dem naheliegenden und vielstimmigen "Gutti heim zu Mutti!" bis zu einem locker eingestreuten, einstimmigen aber umso vieldeutigeren "Mehr öffentliche Grünflächen!".

Wer immer die - zweifelsohne opportunistischen - gemeinen Wesen gewesen sein mögen, die dieses kleine Ereignis herbeiführten, sie wirkten so schnell wie Kräfte und Papier sparend. Erst am Vormittag des Vortags war im Internetdienst TWITTER ein sogenanntes Hashtag aufgetaucht welches die Mobilisierung signieren sollte: #GuttBye?, eine Zeichenkette die bei Google bereits am Nachmittag des Folgetages einen Score von 3300 Treffern erreichte, mit tiefen Einblicken in die derzeitige politische Stimmung für diejenigen, die ihnen folgen mögen...

Die Redaktion des Neuköllner gemeinen Wesens empfiehlt daraus vornehmlich jene Links, die zu Video-Mitschnitten führen, läßt sich doch dort erahnen, welche Stimmung jene möglicherweise erwartet, die am kommenden Samstag ebenfalls gegen die Berlusconisierung der hiesigen politischen Landschaft protestieren wollen.

Denn für den Fall, daß v. Guttenberg am kommenden Samstag noch im Amt sein sollte, wurde eine Folgekundgebung angekündigt. Dann aber als "Tag des Zorns".

Wie diese Geschichte weitergeht, wird sich weisen. g

Öffentliches Echo:

 
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