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Die Schmierwelle

Weihnachten 1959 beschmierten in Köln? zwei 25jährige Männer die erst kurz zuvor eingeweihte Synagoge mit Hakenkreuzen und antisemitischen Parolen. Sie gehörten der "Deutschen Reichspartei" an, deren Kölner Kreisvorsitzende sie aber wohl an die Polizei verriet, um ein Verbot seiner Partei abzuwenden. Es blieb jedoch nicht bei diesem Einzelfall. Bis Ende Januar 1960 kam es im Bundesgebiet und West-Berlin zu nicht weniger als 700 Anschlußtaten, Schändung jüdischer Friedhöfe, "Deutsche fordern Juden heraus!", hastig geschmierte Parolen an Häuserwänden. Kaum 15 Jahre nach Auschwitz erlebte die junge BRD das erste explizite Wiederaufleben des Antisemitismus, die Schmierwelle 1959/60.


Bundesarchiv Bild 183-69809-0002

 
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