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SDS-Delegiertenkonferenz

Frankfurt 13. September 1968

Helke Sander: REDE DES AKTIONSRATES ZUR BEFREIUNG DER FRAUEN

 [Auszug]

Die Hilflosigkeit und Arroganz, mit der wir hier auftreten müssen, macht keinen besonderen Spaß. Hilflos sind wir deshalb, weil wir von progressiven Männern eigentlich erwarten, daß sie die Brisanz unseres Konfliktes einsehen. Die Arroganz kommt daher, daß wir sehen, welche Bretter ihr vor den Köpfen habt, weil ihr nicht seht, daß sich ohne euer Dazutun plötzlich Leute organisieren, an die ihr überhaupt nie gedacht habt und zwar in einer Zahl, die ihr für den Anbruch der Morgenröte halten würdet, wenn es sich um Arbeiter handeln würde. Genossen, eure Veranstaltungen sind unerträglich. Ihr seid voll von Hemmungen, die ihr als Aggressionen gegen die Genossen auslassen müßt, die etwas Dummes sagen oder etwas, was ihr schon wißt.

Kurz nach diesem Ausspruch von Helke Sander flog, weil er, wie ihr ganzes Referat, unbeantwortet bleiben sollte, die legendäre Tomate am Kopf des Genossen Hans-Jürgen Krahl vorbei.


Ulrike Meinhof: Die Frauen im SDS oder in eigener Sache in: Konkret, 7.10.1968

 
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