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Behörde weiterhin untätig: Erziehermangel an der Rosa-Parks-Grundschule immer noch dramatisch!

Dienstag, 5. März 2013

Die Auswirkungen der Handlungsträgheit der Senatsverwaltung bezüglich des enorm hohen Personalmangels sind nun schon seit Wochen an der Rosa-Parks-Grundschule zu spüren und haben sich aktuell zugespitzt.

Am 25.02.2013 erreichte die Eltern der Schulanfangsphase die Mitteilung, dass der Ganztagsbetrieb für die Klassenstufen 1 und 2 aufgehoben sei und nur eine Notbetreuung aufrecht erhalten werden könne. Dieser Zustand währte eine volle Woche. Es mangelt – egal an welcher Stelle – an Erziehern für die fachgemäße Betreuung unserer Kinder!

Wir haben am 04.03. 2013 bei der GEV der Rosa-Parks-Grundschule davon erfahren, dass ein Antwortschreiben des Petitionsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses vom 28.02.2013 (auf unsere am 30.01.2013 dort eingereichte Petition) die unerträgliche Personalsituation an unserer Schule für behoben erklärt hat. Dies empfinden wir als Unverschämtheit, da die dort aufgestellten Behauptungen nicht den Tatsachen entsprechen. Offenbar geht der Petitionsausschuss von Zahlen im November 2012 aus, die ihm von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft zur Verfügung gestellt wurden, die jedoch nicht die von uns in der Petition und dem Offenen Brief angesprochene und schon vorher absehbare aktuelle Situation an der Schule beschreiben!

Die lückenhafte Weitergabe der Informationen an den Petitionsausschuss kann also nur als glatte Desinformation und Vernebelungstaktik angesehen werden.

Folgende Fakten sind zu konstatieren: Im Dezember 2012 ist überraschend eine Erzieherin verstorben. Hierdurch ergab sich ein Stellenbesetzungsbedarf einer dreiviertel Stelle. Seit Januar/Februar hat sich der Betreuungsbedarf für „Schüler mit erhöhtem Betreungsbedarf“ um eine weitere viertel Stelle gesteigert. Zudem wurde am 01.03.2013 ein Erzieher mit besonderer Integrationsqualifikation an eine andere Schule versetzt (= noch eine ganze Stelle fehlt). Außerdem geht am 12.03.2013 eine weitere Erzieherin in den Ruhestand (= 0,75 Stelle). Dem steht allein die Aufstockung einer einzigen Erzieherstelle um eine viertel Stelle gegenüber. Daraus ergibt sich ein Stellenbedarf für die Rosa-Parks-Grundschule von derzeit mindestens zwei vollen Stellen! Es bleibt also bei der unvertretbaren Mangelsituation, die mit de facto drei Personen weniger auskommen muss. Wenn rechnerisch von zwei Bedarfsstellen ausgegangen wird, heißt das aber nicht, dass für die Organisation und Durchführung der Betreuung von allen Schülern aus logistischen Gründen nicht doch drei Personen fehlen. Schließlich müssen alle Kinder gleichzeitig betreut werden und nicht nacheinander. Im Antwortschreiben des Petitionsausschusses heißt es vollmundig, dass “der zusätzlich entstandene Bedarf an Erzieherpersonal an dieser Schule ab dem 01.03.2013 vollständig ausgeglichen” sei.

Davon haben wir nichts bemerkt, denn ein solcher Ausgleich hat bisher nicht stattgefunden! Außerdem wurde behauptet, die Schulaufsicht werde “dafür sorgen, dass Erzieherpersonal aus anderen Regionen umgesetzt” werde (was dann an anderen Schulen eine Lücke reißen würde). Auch davon haben wir nichts gemerkt, denn eine solche Umsetzung ist nicht erfolgt. Von Seiten der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft erfolgten bisher keine Maßnahmen, außer die der Hinhaltetechnik. Zusätzlich zu der geschilderten Reaktion auf unsere Petition war die einzige Reaktion auf unseren Offenen Brief ein “Zwischenbescheid” (11.02.2013) mit den vertröstenden Worten, dass “die Bearbeitung einige Zeit in Anspruch nehmen” werde.

Diese Situation wollen wir nicht weiter hinnehmen! Angesichts dieser unhaltbaren und starren Personalpolitik von Senatsverwaltung und Schulbehörde, die keine notfallbedingten Neueinstellungen zuläßt, aber auch mal eben das eigentlich vorgesehene Erziehercasting (zur Einstellung neuen Personals) ausfallen läßt, muss sich niemand mehr darüber wundern, dass für einen Ersatztermin des Castings nicht gesorgt wird! Die Elternschaft der Rosa-Parks-Grundschule findet es empörend, dass die Schulleitung, das Personal und vor allem unsere Kinder mit diesem massiven Personalproblem allein gelassen werden. Deshalb fordern wir die sofortige Einstellung von ErzieherInnen?, um die Betreuungs- und Fördermaßnahmen in vollem Umfang unseren Kindern angedeihen lassen zu können. Und wir Eltern werden uns dafür einsetzen, dass den Kindern die ihnen gesetzlich zustehenden Bildungsleistungen nicht vorenthalten werden!

Die Eltern der Rosa-Parks-Grundschule, Berlin-Kreuzberg

Dieser Offene Brief geht an:

  • Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft
  • Regierender Bürgermeister von Berlin
  • Senatsverwaltung für Finanzen
  • Schulamt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg
  • Berliner Presse (Tagesspiegel, Berliner Zeitung, taz, Berliner Morgenpost, BZ)
  • Rundfunk (RBB)
 
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