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Finger weg von meinen Eigenbemühungen

Von "Eigenbemühungen" ist beim JobCenter gerne und oft die Rede. Dies hat den Hintergrund, dass man alles, was man von Dir will, als Deine erforderliche Eigenbemühung ausgibt, um es zu legitimieren.

Die eigentliche Legitimation von solchen Forderungen aus dem Bereich der Arbeitsvermittlung ist aber die Integration in den Arbeitsmarkt. Entscheidend hierbei ist, ob das als "Eigenbemühung" bezeichnete Verhalten tatsächlich der Integration in den (nicht oder kaum vorhandenen) Arbeitsmarkt dienen kann, nicht, ob das JobCenter dies behauptet.

Die strukturellen Vorgaben, unter denen die Sachbearbeiter beim JobCenter arbeiten müssen, erlauben normalerweise nicht, eine Eigenbemühung überhaupt zu erkennen, selbst wenn sie nackt auf dem Tisch tanzt. Man muß aber sagen, wenn ein SB sich wirklich bemüht, gelingt es häufig trotzdem. Selbst in diesem Fall kann es noch vorkommen, dass die richtig erkannte Eigenbemühung Forderungen des JobCenters an Dich auslöst, die Dich eher von den Eigenbemühungen wegführen als diese weiterzubringen, zum Beispiel eine bestimmte Anzahl von Bewerbungen im von Dir angestrebten Berufsfeld, statt der intensiven Recherche nach dem richtigen Arbeitgeber.

Dies muß überhaupt keine böse Absicht des SB sein (auch wenn böse Absichten besser dazu passen als gute), es hängt einfach mit den behördlichen Abläufen zusammen, die wiederum von einer bestimmten Arbeitsmarktpolitik getragen werden, und von dem (meist unzutreffenden) Bild, dass alle Erwerbslosen faul sind und "aktiviert" werden müssen. Da dies in freier Wildbahn so selten zu beobachten ist, werden einfach alle so behandelt, und dies stört häufig bei den Eigenbemühungen.

Im Umgang damit gibt es eigentlich zwei Strategien:

"Helft mir gefälligst bei meinen selbstdefinierten Eigenbemühungen! Dafür werdet Ihr schließlich bezahlt!" Dabei erklärt man, wie man sich seine Integration in den Arbeitsmarkt vorstellt, und fordert dafür die Mitarbeit des JobCenters, mit unterschiedlichem Ergebnis.

"Finger weg von meinen Eigenbemühungen!" Da man sich mit jeder Information auch angreifbar macht, die man einer Behörde gibt, kann man auch von vorneherein versuchen, das JobCenter aus den eigenen Bemühungen zur Integration herauszuhalten. Inwiefern dies funktioniert, dürfte auch sehr stark davon abhängen, welches Profil man hat, das heißt, wie das JC die "Marktfähigkeit" des Anwenders einschätzt. Wenn man gut ausgebildet und im "richtigen" Alter ist, und das JC sich gute Chancen bei der Vermittlung ausrechnet, würde zu dieser Strategie auch gehören, daß man es erreicht, in ein anderes Profil einsortiert zu werden. Das JC braucht aber natürlich seine Vermittlungserfolge. Daher ist es in so einem Fall mit großem Aufwand verbunden, mit dieser Strategie zum Erfolg zu kommen.

Da die Vermittlungsbemühungen des JC immer mit Sanktionsdrohungen verbunden sind, wirken sie auf die meisten Menschen zermürbend. Da kann die Einstellung "Finger weg..." trotz marktfähigem Profil eine Alternative zur Krankschreibung sein. Diese Sttrategie ist daher in erster Linie für diejenigen geeignet, die sowieso nicht als besonders "marktfähig" gelten.

 
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