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Das erstes Meeting

Vielleicht denkst du darüber nach, ein EA-Meeting zu besuchen, hast aber keine Vorstellung davon was Dich bei uns erwartet. Die meisten von uns waren bei ihrem ersten EA-Meeting ein wenig unsicher. Damit du dich etwas sicherer fühlst, wollen wir kurz beschreiben, was bei einem EA-Meeting geschieht.

Beim manchen anonymem Gemeinschaften ist es wichtig zu beachten, dass es offene und geschlossene Meetings gibt. An geschlossenen Meetings nehmen dort nur Menschen teil, die selbst ein Suchtproblem haben. Bei EA gibt es praktisch nur offene Meetings. Wer hat nicht mal mit emotionalen Problemen zu tun? Offen sind unsere Meetings auch darin, dass Du ohne jeden Vorkontakt direkt ins Meeting kommen kannst.

Es ist auf jeden Fall eine gute Idee, zu der angegebenen Zeit oder vielleicht sogar etwas früher zu kommen. Unsere Meetings fangen allermeist pünktlich an und es ist für alle angenehmer, wenn man genügend Zeit hat sich in Ruhe einen Platz zu suchen. Manche unserer Meetings bieten auch Wasser oder Tee an, von dem Du dir gerne nehmen kannst.

Du dürftest zu Anfang freundlich angesprochen und gefragt werden, ob dies Dein erstes 12-Schritte-Meeting ist. Du kannst antworten was du willst – dass du Besucher/in bist oder dass du dir gerne mal ein Meeting ansehen willst, um dich über EA zu informieren – du bist auf jeden Fall immer herzlich willkommen. Wichtig ist auch, dass Du bei einem EA-Meeting nichts sagen musst, falls du das nicht willst. Alles bei uns geschieht freiwillig.

Die EA-Meetings in Berlin beginnen immer damit, dass die an diesem Abend Leitende des Meetings sich mit ihrem Vornamen vorstellt, alle Teilnehmer/innen herzlich willkommen heißt und die Präambel der EA verliest.

Die weitere Abfolge variiert von Meeting zu Meeting etwas. In einer Blitzlichtrunde teilen wir reihum in kurzen Worten eine Vorstellungsrunde. Die Teilnehmer/innen stellen sich mit ihrem Vornamen vor und ob sie süchtig sind. Was du hier sagen willst entscheidest du selbst – du kannst deinen Vornamen nennen und sagen, dass du ein/e Besucher/in bist oder dich auch als Süchtige/r vorstellen. Auch wenn du dich als Süchtige/r vorstellst, gehst du damit selbstverständlich keinerlei Verpflichtungen ein. Die Mitgliedschaft bei NA ist vollkommen freiwillig und beruht auf deiner persönlichen Entscheidung.

Die Chair-Person bittet dann einige Teilnehmer/innen den Text auf den Lese-Karten vorzulesen. Danach erläutert sie kurz den Ablauf des Meetings.

Manche Meetings haben Sprecher/innen, bei anderen wird ein Thema vorgestellt oder es wird ein Text aus der NA-Literatur vorgelesen.

Diese werden während des Meetings vorgelesen. Wenn du lieber nicht vorlesen möchtest, kannst Du die herumgereichte Schrift jederzeit an Deinen Sitznachbarn weitergeben.

Dann beginnen die Teilnehmer/innen sich durch eigene Redebeiträge am Meeting zu beteiligen, dies wird bei NA auch „Teilen“ genannt. Wichtig ist, dass jede/r nur von sich selbst spricht und keine Kommentare und Ratschläge gibt. Um die kann man bitten, im persönlichen Gespräch in der Pause oder nach dem Meeting, sie haben aber beim Teilen keinen Platz. Viele empfinden genau das als sehr erleichternd.

Gegen Ende des Meetings gibt es zumeist noch eine abschließende Blitzlicht-Runde sowie Ankündigungen und kurze Absprachen, die EA betreffen.

Abschließend kommen wir dann um die Mitte zusammen, nehmen uns an den Händen und sprechen gemeinsam den Gelassenheitsspruch. Gerade bei diesem “rituellen Höhepunkt“ am Schluss ist das Prinzip der Freiwilligkeit noch ein weiteres Mal enorm wichtig. Niemand wird von dir erwarten, dass du teilnimmst, den Text kennst oder mitsprechen kannst oder möchtest. Auch wir bleiben - wie auch immer verschnupft - einmal sitzen und beteiligen uns nicht.

 Es kann sein, dass dich nach dem Meeting jemand anspricht. Falls du noch Fragen hast oder unsicher bist kannst du auch selbst Leute ansprechen. Es liegt häufig auch EA-Literatur aus, Faltblätter und Bücher, die das EA-Programm näher erklären. Die Faltblätter sind in der Regel kostenlos, die Bücher stehen zum Verkauf.

Die meisten NA-Mitglieder sind freundlich und aufgeschlossen, denn viele können sich an ihr eigenes erstes Meeting erinnern und werden Dir helfen wollen, damit du dich wohl fühlst. Es ist aber durchaus möglich, dass du dich bei deinem ersten NA-Meeting unwohl oder fremd fühlst. Erfahrungsgemäß dauert es ein paar Meetingsbesuche bis du einige Teilnehmer/innen persönlich kennst und beginnst, dich auf die Unterstützung und das Teilen im Meeting zu freuen. Deshalb empfehlen wir dir, einige unterschiedliche Meetings zu besuchen bevor du entscheidest, ob du NA weiter besuchen möchtest.

 
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