Steckbrief


Herman Nohl

  • geboren 7. Oktober 1879 in Berlin
  • † 27. September 1960 in Göttingen

Pädagoge und Philosoph aus dem Umfeld der Lebensreform und Lebensphilosophie, sozialisiert zwischen fin de siècle und élan vital, Jugendbewegung der Jahrhundertwende.

Nohl war ein Hauptvertreter der auf seinen Lehrer Wilhelm Dilthey zurückgehenden geisteswissenschaftlichen Pädagogik.

Nohl studierte als Schüler von Friedrich Paulsen und Wilhelm Dilthey Philosophie. Er erhielt 1919 einen Ruf an die Universität Jena, 1920 dann nach Göttingen: Dort wurde er Professor für Philosophie und Pädagogik und zum bedeutendsten Vertreter der Reformpädagogik in der Weimarer Republik. Er gehörte während und nach WK I (1914 bis 1924, mit Wilhelm Flitner und Erich Weniger) zu den Universitätspädagogen, die die Phase der Stabilisierung (Artikulation und Formierung) der Reformpädagogik trugen.

1937 erhielt er Lehrverbot, wurde aber nach Ende des Nationalsozialismus erneut Professor in Göttingen und unterrichtete dort bis an sein Lebensende.

 

 

 

 

 

 


Wichtigste Werke

  1. Jugendwohlfahrt - Sozialpädagogische Vorträge (1927)
  2. Die pädagogische Bewegung in Deutschland und ihre Theorie.
    erschienen 1933 bzw. 1935 6., unveränderte Aufl. Frankfurt am Main 1963.
  3. Pädagogik aus dreißig Jahren (1949)
  4. Die deutsche Bewegung - Vorlesungen und Aufsätze zur Geistesgeschichte 1960 (erst posthum, 1970 veröffentlicht):

 

 

 

 

 

 


Wirkung, Einordnung, Kritik

  • Einer der »Gründungsväter« der deutschsprachigen Erziehungswissenschaften
  • Konzept des Pädagogischen Bezugs.

Charakterisierendes

entdeckt in der Pädagogik ein Betätigungsfeld, auf dem die Zerrüttung und Zersplitterung des deutschen Volkes aufgehoben werden kann

"Seine völkisch und staatspädagogisch geprägten Positionen ließen ihn gegenüber dem Nationalsozialismus oft unkritisch bleiben."

Eduard Spranger, Herrmann Nohl, Erich Weniger und Peter Petersen - Systematisch appellierten sie in ihren Werken auch schon vor der NS-Zeit an das Irrationale, befürworteten einen völkisch geprägten Nationalismus, eine militaristische Haltung; sie zeigten eine beinahe ungebrochene Zustimmung zu einem eugenisch begründeten Rassismus und äußerten sich zum Teil antisemitisch. (Ortmeyer)

 

 

 

 

 

 


Quellen, Weiterführendes

  1. Jürgen Raithel,Bernd Dollinger,Georg Hörmann: Einführung Pädagogik: Begriffe - Strömungen - Klassiker - Fachrichtungen, S.90
  2. http://books.google.de/books?id=MOFW_zFghzYC&pg=PA238&lpg=PA238&dq=nohl+p%C3%A4dagogik+zitate&source=bl&ots=8ES1C0a5bU&sig=fZT-bW0vRfznSBGhpDqIjnHm9Us&hl=de&sa=X&ei=jaw3VPS5OozDPPW4gYgG&ved=0CFEQ6AEwBw#v=onepage&q=nohl%20p%C3%A4dagogik%20zitate&f=false
  3. Bollnow: Besprechung Finkch http://www.otto-friedrich-bollnow.de/doc/NohlDeBe.pdf
  4. pädagogischer Bezug
  5. Bollnow [dazu|http://www.otto-friedrich-bollnow.de/doc/NohlPaedBezug.pdf
  6. http://soziales-wissen.de.tl/Der-p.ae.dagogische-Bezug-nach-Herman-Nohl.htm
  7. Bernd Engelke et al: "Theorien der Sozialen Arbeit", 2008, S.282.
  8. Benjamin Ortmeyer: Mythos und Pathos statt Logos und Ethos, 2009
  9. http://de.wikipedia.org/wiki/Reformp%C3%A4dagogik
  10. Klafki, Wolfgang; Brockmann, Johanna-Luise: Geisteswissenschaftliche Pädagogik und Nationalsozialismus. Weinheim: Beltz 2002.
  11. Hartmut Lehmann,Otto Gerhard Oexle: Nationalsozialismus in den Kulturwissenschaften, Band 2
  12. http://www.buchfreund.de/store-443110/results.php?used=0&q=herman+nohl&x=-637&y=-22
 
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