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Zur Entwicklung der modernen Didaktik

Ein Modellvergleich etwas älterer bildungstheoretischer Strömungen in Deutschland:

Zwei Modernisierungsansätze der Nachkriegszeit stehen dem pädagogischen Mainstream, der nach dem NS als bildungstheoretische Pädagogik ein wenig gelifteten geisteswissenschaftlichen Pädagogik der Weimarer Zeit gegenüber. Die dialektische Pädagogik in der DDR entfaltete als erste gesellschaftliche Wirksamkeit, wurde sie doch dort als Produktivkraft gesehen und gezielt zum Wiederaufbau eingesetzt. Im Westen bedurfte es erst der dem Mauerbau folgenden Bildungskrise, einem vom Kapital beklagten erheblichen Mangel an modern ausgebildeten Fach-, Wissenschafts- und Führungspersonal, damit die bereits entwickelten Ansätze der Lerntheorie mit dem '68-er Aufbruch praktisch werden konnten.

In der Bildungspädagogik war das Bildungsziel, im wesentlichen noch das 'Humanistische Bildungsideal' unhinterfragte Selbstverständlichkeit, der Lernerfolg allein abhängig von der Beflissenheit der Eleven, die Methoden ein simples Set tradierten Handwerkszeugs im Kopf des Pädagogen. Lediglich die Systematisierung und Begründung der Inhalte war somit Gegenstand pädagogischer Theorie, alles andere war einfach Teil der Lehrerpersönlichkeit. Lerntheoretischer wie dialektischer Ansatz modernisierten, verwissenschaftlichen beides, Ziele und Methoden. Dabei wurden die Ziele im Westen auf diesem Wege eher pluralen gesellschaftlichen Entwicklungszielen aufgeschlossen und die Methodenentwicklung war autonomer, während unter der Ägide der im DIAMAT versteinerten Dialektik die Ziele von der Partei vorgegeben und Inhalte und, nachgeordnet, Methoden, daraus abgeleitet wurden. Dialektik im lebendigen Sinne trat noch im Verhältnis der Lehrenden zum Lernenden in der Unterichtssituation in Erscheinung: Dieses Verhältnis wurde als Lernspannung zwischen zunehmend selbstständig aneignenden Schülern und abnehmend führender, vermittelnder Lehrerin bestimmt. Sie war aber nur noch die eine, ebenfalls lernende, Seite pädagogischer Praxis. War also im Osten die Partei die Planerin, so operierte im Westen der Lehrer als Planer, der Inhalte, Ziele, Methoden und Medien (was, wozu, wie & womit), wie sie die lerntheoretische Pädagogik entfaltet hatte, aufeinander abstimmte.

 mk/01.2015

Bildungstheoretische Didaktik

Idealismus -> Lebensphilosophie -> Geisteswissenschaftl. P. -> Bildungstheo. P. Weniger -> Klafki, Wagenschein?

Lerntheoretische Didaktik

Berliner Modell, Heimann, 1970er Reflex auf Erfordernisse der spätfordistischen Industriestruktur, planendem Staat, wichtige Aspekte: Planung, Unterricht formal strukturiert aber inhaltlich variabel und situationsabhängig

Generelle Prüfkriterien: Was - wozu - wie - womit? = Inhalt - Intention - Methode - Medium

Hier kommt die Trias Ziel/Inhalt/Methode überhaupt erst auf, Ziel und Methode waren in der B. noch implizit, unbenannt, im Lehrenden aufgehoben.

Dialektische Didaktik

Lehrer und Schüler lenken das Unterrichtsgeschehen gemeinsam und werden so zu einem kollektiven Subjekt. Unterricht soll als schöpferischer Prozess gesehen werden. --http://de.wikipedia.org/wiki/Dialektische_Didaktik--

Dialektik -> Materialismus -> Dialektische Didaktik (fragt sich: Wurde im geistigen Klima des DIAMAT noch gesprochen?)

In der DDR setzte die Modernisierung etwas früher ein, weil, Didaktik wird von vorne herein als Produktivkraft verstanden ... (Lothar Klingberg)

Gesetzmäßiges (sic!) Wechselverhältnis Z-I-M, was immer das heißen mag... Wohl am ehesten hierarchisch:

  1. Ziele Partei
  2. Inhalte
  3. Methoden

Der Erzieher ist auch Lernender, nur ein dialektischer Faktor?


Quellen

  1. http://www.e-teaching.org/didaktik/theorie/didaktik_allg/DidaktischeModelle.pdf.
 
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