Pädagogik > Reformpädagogik <

Reformpädagogik

  • Pädagogik vom Kinde her

Grundeinstellung der neuen Pädagogik (Pädagogischer Bezug nach Nohl):

Es sind nicht mehr die Ordnungen und Institutionen, deren Geltung man den jungen Menschen einfach aufzwingen könnte; es kommt vielmehr nun darauf an, sie erfahren zu lassen, daß sie selber akzeptiert sind und gebraucht werden, und das sie wert sind, daß sich jemand mit ihnen beschäftigt.

"Das dieses Kind hier zu seinem Lebensziel komme, das ist ihre {der Pädagogik} selbstständige Aufgabe, die ihr niemand abnehmen kann ... das nennen wir die Autonomie, die ihr einen von allen anderen Kultursystemen unabhängigen Maßstab gibt" (Nohl 1949)

Kritik

"Die Reformpädagogik predigt das Evangelium der Liebe in der Erziehung. Ich lese es gern und übe es willig. Aber daß dieses zweckrationaler wäre als die Haßpädagogik, das ist unrichtig. Es ist zumindest nicht entschieden. Daß es neu wäre, ist sicher unrichtig. Beide Formen sind Konstanten. Unvermeidliche. Denn auch dies gilt für die unendlich sympathischere, aber darum keineswegs minder tiefen Schichten entquellende Liebe, daß sie mit der Entwicklungstatsache gegeben ist. Kinder werden geliebt, aus keinem anderen Grund schon, als weil sie Kinder sind. Und die hemmenden Instanzen sind gegenüber dieser Liebe milder als gegenüber der Liebe zu den Miterwachsenen. Diese ist in engste Grenzen gebannt, während jene in breiteren Bahnen fließt. In unserer Zeit ist - paradox genug - gerade die Liebesreaktion gehemmter als in anderen. (Siegfried Bernfeld, 1925)


  1. Andreas Flittner: Reform der Erziehung - Impulse des 20. Jahrhunderts. München 1992, S.224
 
Suche
edit / Home