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Ines Eck: http://community.zeit.de/user/existenzgeld/beitrag/2009/08/17/gewerkschafter-f%C3%BCr-recht-auf-bedingungsloses-grundeinkommen

http://www.anwaelte-gegen-hartz4.de/gewerkschaft_grundeinkommen.php


Alexander Spieß: Gewerkschaftsgrün ver.di b100 ig metall Der #Feminismus läuft Gefahr, Frauen in die gleiche Scheiße zu reiten, in der Männer schon sitzen. @antjeschrupp http://bit.ly/hF1x5v


Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Im Einladungstext http://interkomm.so36.net/frame.php zu ihrem bevorstehenden monatlichen roten Abend dementieren die Internationalen Kommunisten ihre Rückwärtsgewandtheit in dieser überaus spannenden Frage, allein schon das Plakat zum Abend aber spricht da eine andere Sprache: Ja, so hätte die Orthodoxie der 1970er sie gerne gehabt, die Frau, harmonisch klassenkämpferisch integriert in ihr - schon damals stark angejahrtes - Mogenröte-Weltbild. So pflegeleicht waren sie aber nun mal nicht, die Emanzen. Eher traumatisierend, für die Männer. Aber als ob es 42 Jahre neuen Feminismus einfach nicht gegeben hätte, die zeitlose, lapidare Feststellung "Frauenkampf heißt Klassenkampf" verbunden mit der schon etwas unfassbaren Aufforderung "Frauen zurück auf die Barrikaden".

Die Internationalen Kommunisten wollen am Mittwoch mit der feministischen Theoretikerin Tove Soiland unter anderem diskutieren, warum marxistische Ansätze in der feministischen Debatte marginalisiert wurden. Diese Frage übrigens wurde auf Twitter bereits kurz, bündig und lebensnah so beantwortet: Wie du mir, so ich dir, nämlich "weil feministische Ansätze in der marxistischen Debatte vollkommen ignoriert wurden" http://twitter.com/#!/MacBatch/status/54990221313445888

Sollte am Abend selbst mit ähnlicher Direktheit zur Beantwortung gestellter Fragen geschritten werden, könnten sich die Interkomm's in ihrer schon wieder Respekt erheischenden Verkehrtheit am Ende noch verdient machen um die emanzipatorische Sache, wenn nämlich die letzlich von ihnen erhobene Forderung "Frauen, zurück zum Hauptwiderspruch!" ebenso vom Kopf auf die Füsse gestellt wird: "Männer, vorwärts zum Nebenwiderspruch!"

Aber selbst wenn es nicht zum Äußersten kommt: Es verspricht ein unterhaltsamer Politabend zu werden.

Queer, flexibel, erfolgreich. Haben dekonstruktivistische Ansätze den Feminismus entwaffnet? Roter Abend: Mittwoch, 06. April 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.

 könnte doch mal wieder ein Sternstündchen werden:

Frauen zurück auf die Barrikaden -

http://interkomm.so36.net/

Tove Soiland: "Dekonstruktive Ansätze haben den Feminismus entwaffnet.

Die Sehnsucht nach dem feministischen Hauptwiderspruch - Eine Antwort auf Tove Soiland

http://www.akweb.de/ak_s/ak559/49.htm

http://maedchenblog.blogsport.de/2010/07/14/undoing-oder-re-doing-gender/ bezieht sich auf: Tove Soiland: ‚Gender’: Kontingente theoretische Grundlagen und ihre politischen Implikationen Dez. 2009


begrüße sehr euren Versuch... > nach einem erbitterten Streit den Sand aus den Kleidern (zu) schütteln und uns unserer

Verbundenheit im Ziel eines bedingungslosen Grundeinkommen (zu) versichern ... und möchte ihn mit meiner Antwort unterstützen.

Die von dir gewählte Sandkisten-Metapher finde ich in mehrfacher Hinsicht sehr passend.

Die Sandkiste passt gut zum prospektiven Charakter des bGE, und in dem wir unsere

Auseinandersetzungen als kindlich markieren, können wir uns vielleicht gemeinsam als

unvollkommen und lernfähig begreifen und dem Ganzen einiges an Verbissenheit nehmen. Ich

werde versuchen, sie im Sinne einer gelassenen inhaltlichen Diskussion hier und da mal

produktiv anzuwenden.

Ich argumentiere im Weiteren - für diesmal - erklärtermaßen noch mal aus der kindlichen

Sandkisten-Innensicht und werfe auch hier und da nochmal mit Sand...

Das impliziert allerdings schon mal meine Generalkritik deines Versuchs: Er kokettiert rhetorisch mit der Position des Erwachsenen, der von außen (genau: vom Sandkistenrand) das heftige kindliche Treiben in der Sandkiste befrieden will, bleibst aber meiner Meinung tatsächlich noch einer der Streithähne in der Sandkiste. Was aber ok ist...

> Manchmal müssen wir Erwachsenen spielen dürfen wie Kinder und im Sandkasten so tun dürfen, als könnten sie an einem Nachmittag eine ganze Stadt neu bauen.

Nun, die Bewegung für ein Grundeinkommen *tut* nicht nur so als könne sie an einem Nachmittag eine ganze Stadt neu bauen. Sie tut es *tatsächlich*, denn genau das ist es, was wir mit dem Zukunftskonzept des Grundeinkommens tun: Den Entwurf eines zukünftigen Gesellschaftsvertrages im Sandkasten unserer Debatten modellieren. Hinweise darauf, daß wir doch irgendeinem "Gesetzgeber" nicht vorgreifen dürften, gehen deshalb fehl.

Was du über die Steuerpolitik schreibst, ließe sich gleichermaßen auf das bGE anwenden: Über das bGE zu diskutieren, ohne über den Weg zur Durchsetzung zu reden, ist ein Streit

darum, wer denn die schönste Burg gebaut hat.

Ungenau: Wir können und sollten durchaus auch unabhängig von der Umsetzung darum streiten, *welches* die schönste Burg ist. Wer sie gebaut hat, sollte dagegen doch völlig egal sein, oder? Du mixt da unversehens das Problem der Architekten-Eitelkeiten rein, also die

Unfähigkeit, vor der Schönheit eines konkurrierenden Entwurfs den Hut zu ziehen. Gunter hat hier kürzlich zumindest angedeutet, das das auch anders geht (Auch wenn er das immer noch nicht ausgeführt hat, der Schlawiner ;<:))

Nebenbei: Die Konsumsteuer-Burg finde ich ja gerade deswegen so schön, weil sie politisch, zwecks der Durchsetzung (sic!) ein Klassenbündnis zwischen Geringverdienenden,

Grundversorgungsindustrie und modernem Kleinunternehmertum begründen könnte und das auch

noch gegen jenen Bereich, dessen Kerngeschäft doch wohl zweifelsohne die

Herrschaftsausübung ist: Die Verwaltung, der größte Zeitdieb unserer Zeit, neben dem Internet.

Ja, in der Tat, es geht > bei dem Streit um Götz Werner und sein Steuerkonzept nicht nur um Steuerpolitik, sondern um grundsätzliche Fragen...

Aber um welche? Den Umgang mit Solidarität beantwortet doch das bGE schon selbst ganz trocken, in dem es verfügt, daß die gut Hälfte des lfd. ökonomischen Outputs (abzgl. Investititionsgüter) vergesellschaftet und zur Befriedigung der Grundbedürfnisse zu gleichen Teilen an alle

ausgegeben wird, ganz unabhängig davon, wie man daß praktisch (u.a. steuer- oder

Geld-technisch) nun darstellt.

Solidarität scheidet also aus.

Und Privilegien, also Vorrechte von Standes wegen? Das Vorsteuerprivileg von Unternehmen? Was noch? Das bleibt mir noch erläuterungsbedürftig.


Christine Görn studiert an der Humboldt Universität in Berlin Musikwissenschaften, Medienwissenschaften und Gender Studies und beschäftigt sich schon seit längerem mit dem Thema Bedingungsloses Grundeinkommen. Hier diskutiert sie die möglichen Chancen und Risiken des Konzepts aus feministischer Sicht.

Was geschieht mit der Gesellschaft und den in ihr lebenden Menschen, wenn jede und jeder ohne Bedingung ein Existenz sicherndes Einkommen erhält? Welche Möglichkeiten eröffnen sich für feministische Anliegen und wo sollte das Konzept kritisch hinterfragt werden?

In Zeiten unsicherer Beschäftigungsverhältnisse, Lohndumping, Sozialabbau und Wirtschaftskrise haben sich über die Parteien und politischen Lager hinweg Einzelpersonen und Verbände Gedanken darüber gemacht, wie die herrschenden Produktionsverhältnisse in unserer Gesellschaft anders organisiert werden können. Das Netzwerk Grundeinkommen diskutiert bundesweit über eine bedingungslose Existenzsicherung, genauso wie attac, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend. Auch innerhalb der Parteien – vom thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU), über Teile der Grünen, der Linken und der SPD – wird das Konzept, wenn auch mit äußerst unterschiedlichen Modell- und Finanzierungsvorschlägen, unterstützt.

Das parteiunabhängige Netzwerk Grundeinkommen hat sich bei seiner Gründung auf vier Kriterien geeinigt, welche das Bedingungslose Grundeinkommen als eben solches kennzeichnen: Existenz und Mindestteilhabe sichernd, individueller Rechtsanspruch, keine Bedürftigkeitsprüfung und kein Zwang zur Arbeit.

Die Idee dahinter ist, die gegenwärtigen ökonomischen Verhältnisse kritisch zu beleuchten und sich folgende Fragen zu stellen: Kann das viel propagierte Ziel der Vollbeschäftigung für alle erreicht werden? Ist es erstrebenswert vierzig oder mehr Stunden in der Woche bis ins hohe Alter zu arbeiten? Und warum wird als Arbeit nur die anerkannt, welche im Marktzusammenhang geleistet und folglich entlohnt wird? Wo bleibt die ehrenamtliche, politische, kulturelle und soziale Arbeit? Und warum wird gerade die schlecht oder nicht bezahlte Arbeit meist von Frauen geleistet?

Die marxistisch-feministische Soziologin Frigga Haug fordert in ihrem Buch “Die Vier-in-einem- Perspektive Politik von Frauen für eine neue Linke” einen Bruch mit der Vorstellung von Vollerwerbszeit und arbeitet ein „vierteiliges, emanzipatorisches Lebenskonzept“ heraus, welches folgende Tätigkeitsfelder beschreibt: Erwerbsarbeit, Fürsorge- bzw. Reproduktionsarbeit, Arbeit an der Gesellschaft und kulturelle Arbeit. Frauen und Männer sollen neben der Arbeit auf dem Markt auch die Möglichkeit bekommen, sorgende Tätigkeiten für andere und sich selbst zu verrichten, ihren eigenen Interessen beispielsweise im Bereich Kunst, Musik oder Sport nachzugehen, sich politisch zu engagieren und aktiv an der Gestaltung der Demokratie teilzunehmen. Dieses Konzept könnte durch die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens gefördert werden. (Siehe auch „Demokratiepauschale statt Abhängigkeit von Gnade“ von Katja Kipping)

Doch das Hinterfragen des Arbeitsbegriffs ist nur ein Aspekt von vielen: es geht darum die Menschen von der Angst vor Armut zu befreien und sie bei Lohnverhandlungen mit ArbeitgeberInnen? ansatzweise auf gleiche Augenhöhe zu bringen, denn: wer keine Existenzangst hat und keine Stigmatisierung aufgrund des Bezugs von Sozialleistungen fürchtet, der oder die muss auch keine unterbezahlte und teilweise entwürdigende Arbeit annehmen. Männer und Frauen scheinen die freie Wahl zu bekommen, ob und wie sie arbeiten und sie können eigenständig, ohne Abhängigkeit vom Partner oder der Partnerin, ihre Existenz sichern. Da das Grundeinkommen ausgezahlt wird, egal mit wem und wie vielen das Leben und/oder die Wohnung geteilt wird, besteht die Chance, alle Daseinsmodelle auf politischer Ebene gleich zu behandeln.

Doch aus feministischer Perspektive wird auch Kritik laut. So beschäftigt sich Susanne Worschech in der Broschüre „Soziale Sicherheit neu denken. Bedingungsloses Grundeinkommen und bedarfsorientierte Grundsicherung aus feministischer Sicht“ (pdf) mit den Chancen und Risiken des Konzepts für feministische Anliegen und beanstandet, dass die vorhandenen Modelle nicht bis unzureichend gender-relevante Aspekte einbeziehen. Eine Auseinandersetzung mit der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung und gesellschaftlichen Rollenbildern findet nicht statt und auch Aussagen der Grünen, dass „die Familienarbeit aufgewertet“ würde, stellt die traditionelle Rollenteilung nicht in Frage. Besteht die Gefahr, dass das Bedingungslose Grundeinkommen zur „Herdprämie“ für Frauen wird, traditionelle Rollenmuster verstärkt und Frauen vom Arbeitsmarkt verdrängt werden? Findet möglicherweise ein Transfer öffentlicher Leistungen und Güter in die Privatsphäre statt? Anja Kümmel beschreibt in ihrem Artikel „Fuck the factory, love the family“ aus der Jungle World die Gefahr einer Rückbesinnung auf „das traute Familienglück als Gegenentwurf zur »kalten Arbeitswelt« und betont, dass das Modell des bedingungslosen Grundeinkommens den Bereich der Produktion kritisiert, jedoch die Reproduktionsverhältnisse unangetastet lässt.


Am Samstag, den 24.07.2010, 00:43 +0200 fragte Andreas Komrowski:

> Habt Ihr Interesse an einer Debatte auf dem Roten Abend zu Grundeinkommen und Existenzgeld ? Ja!

> Wir möchten dabei gemeinsam mit VertreterInnen? unterschiedlicher Standpunkte ausloten, ob dies ein emanzipativer Ansatz gegen Verhartzung und Billiglohn sein kann. Eher ein Absatz, ein Schlußsatz, als ein Ansatz, aber jedenfalls: Gute Fragestellung.

> Zugleich ist politisch zu hinterfragen, wie verhindert werden kann, ungewollt Lokomotive für die Einführung eines neoliberalen "Bürgergeldes" a la Westerwelle zu spielen. Abgesehen davon, dass sie Kopf steht, liegt hinter der Frage natürlich auch ein wichtiges Problem...

> Es geht um den Roten Abend im September, am 1.9. . Termin vorgemerkt.

> Wir hatten überlegt, Euch als DebattenteilnehmerInnen? anzufragen:

> Anne Allex Diplomökonomin, Kampagne gegen Zwangsumzüge, ex BagSHi - vertritt bedingungsloses Grundeinkommen als Teil eines Forderungspakets, zu dem auch Mindestlohn und Arbeitszeitverkürzungen sowie Inklusion von Flüchtlingen gehören.

> Michael Klockmann vertritt Existenzgeld aus der Sprechposition eines prekären Selbständigen. Passt - von den je eigenen Klasseninteressen auszugehen, also aufs eigene Portemoney zu schauen und *ich* zu sagen, daß ist ganz sicher ein Hauptteil meines Einsatzes. Allerdings werde ich mich kaum auf diese "Betroffenen"-Rolle festnageln lassen wie im Fernsehen - dazu bin ich im Nebenberuf zu sehr kommunistischer Intellektueller. Beanspruche in so fern 2 Sprechpositionen.

Eher ein Absatz, ein Schlußsatz, als ein Ansatz, aber jedenfalls: Gerade durch die sich anbietende Negation eine sehr gute Fragestellung.

> Zugleich ist politisch zu hinterfragen, wie verhindert werden kann, ungewollt Lokomotive für die Einführung eines neoliberalen "Bürgergeldes" a la Westerwelle zu spielen. Abgesehen davon, dass sie Kopf steht, liegt hinter der Frage natürlich auch ein wichtiges Problem...

> Es geht um den Roten Abend im September, am 1.9. . Termin vorgemerkt.

> Wir hatten überlegt, Euch als DebattenteilnehmerInnen? anzufragen:

> Anne Allex Diplomökonomin, Kampagne gegen Zwangsumzüge, ex BagSHi - vertritt bedingungsloses Grundeinkommen als Teil eines Forderungspakets, zu dem auch Mindestlohn und Arbeitszeitverkürzungen sowie Inklusion von Flüchtlingen gehören.

> Michael Klockmann vertritt Existenzgeld aus der Sprechposition eines prekären Selbständigen. Passt - von den je eigenen Klasseninteressen auszugehen, also *ich* zu sagen, daß ist ganz sicher ein Hauptteil meines Einsatzes. Allerdings werde ich mich kaum auf diese "Betroffenen"-Rolle festnageln lassen wie im Fernsehen - dazu bin ich im Nebenberuf zu sehr kommunistischer Intellektueller. Beanspruche in so fern 2 Sprechpositionen.

> Detlef Georgia Schulze als KritikerIn? derartiger Modelle der Sozialpolitik innerhalb des Kapitalismus wie auch als vermeintlicher Transformationsweg. Ich sehe das ja eher als mögliche Unmöglichkeit, als umwälzenden Reformismus, freue mich also auch sehr auf den Disput darum...

> Bitte sagt mir möglichst bald ob Ihr Zeit und Lust habt. Hiermit full ACK.

Nicht in erster Linie aus paritätischen Erwägungen, sondern weil ich die offene Männerfrage für das profundere geselschaftliche Verhältnis halte, auf welches Existenzgeld antwortet und was diese Problematik anbelangt ein Hintergrund/Vordergrund-Wechsel überfällig ist, schlage ich vor, noch eine Befürworterin aus patriarchatskritischer Sicht, die Autorin Katrin Heinau anzufragen. Sie arbeitet mit mir zusammen in der Berliner Initiative Grundeinkommen.

> Wenn ja, wäre es für eine Vorbereitung der Veranstaltung gut, Eure Thesen zu erhalten bzw, eine Verlinkung auf ebendiese, insofern sie im Netz stehen.

Ok, für den Moment in a nutshell, ich arbeite das noch ein bischen aus:

These 1: ES ist praktisch gut für mich und meine Klasse, wie kann es da theoretisch schlecht sein?

These 2: In den Kategorien kritischer politischer Ökonomie ist ES der Höhe nach - theoretisch nicht mehr und nicht weniger als die Reproduktionskosten, fixiert bei der Hälfte des laufenden Wertprodukts

  - und praktisch eine zukünfige, formationsbestimmende Regulation, der

Gestalt, daß also die Hälfte der arbeitsteilig, vergesellschaftet bereitgestellten Güter und Dienstleistungen als Gebrauchswerte der Reproduktion ALLER vorbehalten ist und also zu gleichen Teilen auf alle Individuen(!) verteilt wird.

These 3: Im Individualanspruch stirbt mit der bürgerlichen Familie als Versorgungs- und Transferinstanz der historische Proletarier als Besitzer seiner Angehörigen, der männliche "Haushaltsvorstand" und Geldverdiener - die ökonomische Funktion der Familie wird im Existenzgeld aufgehoben, auf gesellschaftliches Niveau gehoben.

These 3: ES ist kein Element, Baustein, Ansatz oder Transformationsweg, es ist ein revolutionärer Reformismus, in seiner HALBHEIT ("take half") ein historischer Kompromiß zwischen Gestern (Patriarchat & Kapitalismus) und Morgen (nächste Gesellschaftsformation). ES ist ein aus der Zeit gefallener konzeptioneller Vorgriff auf den schwierigen Moment wo die revolutionäre Ernte einzufahren wäre von Kämpfen, von denen uns noch fast jegliche Vorstellung fehlt.

These 4: Eine immanente Unmöglichkeit entlang realer gesellschaftlicher Widersprüche - durchaus schelmisch - als plausible Möglichkeit zu propagieren, markiert das Bestehende als nicht mehr plausibel, als unrealistisch und eröffnet eine positive Perspektive & und ohne die gibt es keine revolutionäre Bewegung.

Dem wäre noch ein wenig hinzu zu fügen, aber ich glaube das sind erstmal meine vier Hauptpunkte.

> Falls ich jemanden von Euch völlig falsch "eingetütet" habe, bitte korrigiert entsprechend. voilá ;-)

> solidarische Grüße > > Andreas/IK

kommunistische zurück!

Michael

----------------------------- "Kommunisten sollen ja mäßig miteinander streiten..." Thomas Seibert

------------8><--------------

TakeHalf

1500 € zu fordern ist lieb, im abstrakt und theoretischen Sinne sicher auch irgendwie zu rechtfertigen, aber als Propaganda-Slogan kontraproduktiv. A) wird bestätigt dies die 'schlimmsten' Befürchtungen aller die derzeit Arbeit haben und nicht sehen, wo diese Summen herkommen sollen, ohne das sie draufzahlen. B) ist dies imperial-chauvinistisch, da - angenommen es würde nächstes Jahr eingeführt - dies eine Privilegierung des 'weißen Mannes' darstellen würde die angesichts des Massenmordes durch unterlassene Hilfeleistung von den Betroffenen nur als zynisch wahrgenommen werden kann. C) Bei allen Änderungen im gesellschaftlichen Leben treten neben den erwünschten und den in Kauf genommenen unerwünschten Wirkungen immer! auch Wirkungen ein, die nicht vorher gesehen werden könnnen. Die Forderung arbeitet nach dem alte Spontispruch: Laß uns realistisch sein und das unmögliche fordern! Als anzusterbendes Fernziel ist eine solche Summe sicher diskussionswürdig, aber der Versuch alles auf einmal bewerkstelligen zu wollen ist - sorry - kindisch, ergo pseudo-radikal. Würde ein Grundeinkommen zunächst 500 € wären den alleinerziehende Harz IV-austockenden Müttern, den Studenten ohne elterlische Vollversorgung, und ähnlichen Personengruppen geholfen, also denen die es am dringendsten brauchen. Das dies nicht mit einem Schlag die bestehenden sozialen Netze überflüssig macht ist logisch, aber es würde sie stark entlasten und der geordnete Abbaus könnte beginnen. Auch die jetzigen Verwalter der Armut kann mensch nicht einfach auf die Straße setzen.

Ansonsten würde ich mir um die Einzelheiten dessen was auf der Demo gefordert wird keine so großen Sorgen machen. Die aufzurufenden lesen nur in den seltesten Fälle die theoretischen Abhandlungen, der Organisatoren und machen sich ihre eigenen Transparente, der Rest ergibt sich dann eh vor Ort.

Gruß bis Dienstag khaled


ich habe mir die Freiheit genommen, ein paar Anmerkungen zu deinen Thesen zu schreiben,

und alle andere die dies lesen

These 1: ES ist praktisch gut für mich und meine Klasse, wie kann es da theoretisch schlecht sein? Eine These ist ja eher eine Behauptung als eine Frage, ich kann ergo auch nur mit einer Frage antworten: --- A) was ist theorisch schlecht? B) was bedeutet für dich der Begriff Klasse (die marxsche Definition des Proletaries ist ziemlich offensichtliche nicht mehr zeitgemäß, zumindest für hiesige, post-produktive kapitalistische Verhältnisse)?

These 2: In den Kategorien kritischer politischer Ökonomie ist ES (bGE?) der Höhe nach - theoretisch nicht mehr und nicht weniger als die Reproduktionskosten, fixiert bei der Hälfte des laufenden Wertprodukts - und praktisch eine zukünfige, formationsbestimmende Regulation, der Gestalt, daß also die Hälfte der arbeitsteilig, vergesellschaftet bereitgestellten Güter und Dienstleistungen als Gebrauchswerte der Reproduktion ALLER vorbehalten ist und also zu gleichen Teilen auf alle Individuen(!) verteilt wird. --- Es ist schwer bis unmöglich auszusagen wie hoch der Anteil der Reproduktionskosten am lokalen, sprich nationalem Wertprodukt/Bruttosozialprodukt/GDP/GSP/... ist. A) sind die Reproduktionskosten selbst nicht eindeutig bestimmt/bestimmbar B) hängt es davon ab wie das Wertprodukt/BSP/GDP/GSP/... berechnet wird, da Teile der Reproduktionskosten in eben dieser Rechnung nicht vorkommen/kamen (kennst du den müden ökonomen witz: sie wollen ihrem Staat schaden? Heiraten sie ihre Reinigungskraft). Eins läßt sich ökonomisch sicher aussagen: wo ganze Gemeinden verhungern, liegen die Reproduktionskosten über 100%. Hierzulande wird viel von dem was sinnvollerweise für Reproduktion auszugegeben wäre (Erziehung/Kinderbetreuung/Bildung/...) privatisiert. Dies führt zur gewaltigen Folgekosten für die Gesellschaft (Unwissenheit/Frustration/Asozialität/Kriminalität/...) und verhindert vorsätzlich die Emanzipation der heranwachsenden Menschen - sie 'züchten' im faschistischen Sinn 'Untermenschen'. Es ist immer eine politische Entscheidung wieviel für die Reproduktion der Gesellschaft ausgegeben wird - utopisches Ziel (wenn wir mal Wissenschaft, Ressourcen für Notfälle, etc dazu zählen) ist 100%. Eine emanzipatorischen Gesellschaft würde das jetzige Verhältnis von Wirtschaft und Gesellschaft vom Kopf auf die Füße stellen. Nicht die Gesellschaft diente dem Erhalt und Wachstum der Wirtschaft, die Wirtschaft würde 'wieder (im dialektischen Sinn)' dem Erhalt und der Wachstum der Gesellschaft dienen, sprich der einfachen und erweiterten Reproduktion. Die Idee mit den 50% (z.B. Werner 100% MwSt?) hat die schöne Schlichtheit für sich: egal wie viel ich habe, die eine Hälfte ist für mich, die andere für die Gesellschaft die es mir ermöglich hat so viel zu erwirtschaften. Dieser gesellschaftliche Reichtum stellt das Grundeinkommen (inklusive Infrastruktur) dar.

These 3: Im Individualanspruch stirbt mit der bürgerlichen Familie als Versorgungs- und Transferinstanz der historische Proletarier als Besitzer seiner Angehörigen, der männliche "Haushaltsvorstand" und Geldverdiener - die ökonomische Funktion der Familie wird im Existenzgeld aufgehoben, auf gesellschaftliches Niveau gehoben. --- Was meint: Die Familie wird auf ein "gesellschaftliches Niveau" gehoben? Das die Gesellschaft die "Familie" wird? Es zählt zu den bislang unbeantworteten Fragen, wie die familieren Zwangsbeziehungen durch emanzipierte partnerschaftliche ersetzt werden können (die immer weiter fortschreitende Vereinzellung hört ja nicht von selber auf). Dies ist ja gerade das Problem, die zunehmende A-Sozialität wird durch ein Exitenzgeld nicht von allein verschwinden. Viele Menschen haben einen 'menschlichen Umgang' mit anderen nicht erlernt und müssen (und dies nicht in dem falschen, jetzigen, sondern in einem weit darüber hinausgehenden emanzipatorischen Sinne) sozialisiert bzw re-sozialisiert werden, gegen Bild und Pro 7. Kohl und Westerwelle dagen stehen für das Konzept: züchtet Räuber, Vergewaltiger, Mörder und die Bevölkerung wird nach Polizei schreien. Eine wahrlich herkuleske Aufgabe.

These 3: ES ist kein Element, Baustein, Ansatz oder Transformationsweg, es ist ein revolutionärer Reformismus, in seiner HALBHEIT ("take half") ein historischer Kompromiß zwischen Gestern (Patriarchat & Kapitalismus) und Morgen (nächste Gesellschaftsformation). ES ist ein aus der Zeit gefallener konzeptioneller Vorgriff auf den schwierigen Moment wo die revolutionäre Ernte einzufahren wäre von Kämpfen, von denen uns noch fast jegliche Vorstellung fehlt. --- Wie wahr! Gleichzeitig muss an dieser Stelle betont werden: Einen vorgefertigen Plan/Entwurf/Konzept wie die Kommunisten des vorigen Jahrhunderts die Lehren von Marx und Engels aufgefasst haben, etwas was bereits entworfen ist und 'nur noch' umgesetzt werden muss, wird es nie wieder geben. Gerade weil die im Zuge der Realisierung der revolutionären Umwältzungen auftretenden Problemstellungen nicht voraus zu sehen sind, weil die Schritte die zu diesen Problemen führen werden, noch nicht gegangen sind. Dies soll jedoch auf keinen Fall heißen, es würde nicht umfangreicher theorischer Vorarbeit bedürfen, wenn der Versuch Aussicht auf Erfolg haben soll.

These 4: Eine immanente Unmöglichkeit entlang realer gesellschaftlicher Widersprüche - durchaus schelmisch - als plausible Möglichkeit zu propagieren, markiert das Bestehende als nicht mehr plausibel, als unrealistisch und eröffnet eine positive Perspektive & und ohne die gibt es keine revolutionäre Bewegung. --- Auch dies ist richtig. Es stellt sich jedoch die Frage in wie weit ein Grundeinkommen in Deutschland/der EU die Emanzipation nicht unterläuft und verhindert. Auf der einen Seite ist ein breites gesellschaftliches Bündnis nötig, auf der anderen Seite könnte ein Grundeinkommen auch die imperial-rassistisch-chauvinistische Privilegierung des 'Weißen Mannes' vorschreiben. Ein auf Partizipation aller Menschen, ein auf Emanzipation setzendes Konzept, mus die kapitalische Ausbeutung überwinden. Wir, die Bewohner der reichen Länder, finden entweder einen Weg der Kooperation, oder unsere 'Proletarier' werden sich mal wieder dazu hinreißen lassen ihren Wohlstand gegen die ........... mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Am Hindu Kush oder sonst wo in der Welt - ich sag nur Köhler.

 
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