Jean Piaget (1896 - 1980)

Begründer der Entwicklungspsychologie

... geht davon aus, dass die gesamte Kognititionsentwicklung, wie überhaupt das Leben, ein Selbstorganisationsprozess, Autopoiesis, ist. In einem ständig komplexer werdenden Kreislauf, beruhend auf einfachen funktionale Invarianten in dem immer wieder mit Umwelterfahrung umgegangen wird, diese adaptiert wird, entfaltet sich die kognitive Struktur. Manche Erfahrungen bestätigen, verfeinern höchstens die vorhandenen Konzepte, sie können assimiliert werden. Andere aber fordern Anpassung, sie erfordern Akkommodation, eine eigene Veränderung, LERNEN, eine Verfeinerung der kognitiven Struktur, die Erweiterung ihrer Schemata.

Die beiden Strebungen, ergänzende Gegenteile sind zwei Arten der kognitiven Anpassung und dienen der Herstellung eines Gleichgewichtszustandes (Äquilibration).


Woraus aber speist sich die Energie zu diesem Wachstumsprozess?

 + + +  Steinbruch

Hautkontakt - orale erfahrung - greifen - begreifen - Begriff

https://www.uni-due.de/edit/lp/kognitiv/piaget.htm

Jean Piaget (1896 - 1980) entwickelte die Theorie des "genetischen Lernens" (auch "struktur-genetische" Theorie), die sich mit der Erklärung der kognitiven Entwicklung von Kindern beschäftigt. Im Mittelpunkt steht dabei die Interaktion eines Kindes mit seiner Umwelt. Piaget wird als "Übervater der Entwicklungspsychologie" bezeichnet (vgl. Spektrum der Wissenschaft, 2002).

Seine Erkenntnisse beruhen auf den Beobachtungen seiner eignen Kinder, die altersabhängig bestimmte (Denk-) Fehler begingen. Mit dieser Vorgehensweise unterschied sich Piaget deutlich von experimentell arbeitenden Psychologen, die komplizierte Versuchsanordnungen in eigens eingerichteten Versuchslaboren für die Forschung nutzen (und nutzen).

Piaget untersuchte den Aufbau der kindlichen Logik anhand seiner empirischen Beobachtungen natürlicher Verhaltensabläufe und entwickelte daraus eine erkenntnistheoretische Begründung: Er stellte den Zusammenhang zwischen dem kindlichen Denken und der Entwicklungsphase her. Kurzum: er widmete sich der Beobachtung der kindlichen Entwicklung des Denkens.

Auf seinen Beobachtungen baute Piaget sein Modell der vier Entwicklungsstufen auf, nach denen jeder Mensch im Rahmen seiner Entwicklung diese Phasen oder Stadien der kognitiven Entwicklung durchläuft. Nach Piaget sind die Phasen universell, d.h. sie kommen in allen Kulturen vor.

Jede dieser Stufen/Phasen ist durch spezifische Merkmale charakterisiert. Besonders relevant ist, dass sich das kindliche Denken in jeder (Entwicklungs-) Stufe vom Denken eines Erwachsenen unterscheidet. Ist etwas für einen Erwachsenen einleuchtend und logisch, so muss dies noch längst nicht für ein Kind ebenfalls einleuchtend und logisch erscheinen.

Wichtig ist, dass die Stufen grundsätzlich aufeinander aufbauen, das jeder Stufe zugeordnete Lebensalter ist jedoch nur als Anhaltspunkt zu betrachten: Die Übergänge zwischen der einzelnen Stufen sind fließend und das jeweilige Lebensalter kann individuell abweichen (vgl. Piaget & Inhelder, 1972, S. 153)

 
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